Die Deplatzierten

„Gewinn, Kapital, Profit“,  rufen die gescheiterten sowie die erfolgreichen Manager*innen, während sie mit leerem Blick ein wackeliges Gebilde aus Stühlen bauen. Sie kreieren einen instabilen Turm, hoch und beeindruckend, doch  gefährlich in seiner Instabilität und Schönheit.

Auf unserer Bühne treffen sich die Charaktere aus Urs Widmers „Top Dogs“ und Roland Schimmelpfennigs „Push up“ und ringen um ihren Job, ihre Zukunft und ihr Leben. Alle sitzen sie versammelt zu einer Gipfelkonferenz, um ihre Gedanken zu teilen und ihren Platz zu finden in ihrer selbst konstruierten Welt. Während die einen von der Eleganz der Gorillas träumen, denken die anderen an den leidenschaftlichsten Sex ihres Lebens oder stellen sich vor, ihren Chef von der Klippe zu stürzen und seinen Fall zu betrachten – genussvoll eine Salami verzehrend und ein Red Bull schlürfend. Während des gesamten Spiels verlässt niemand die Bühne ; ein jeder Mensch ist gefangen in dieser Realität, diesem Raum und diesem Konstrukt- bildlich und geistig;  gedacht und real.

Sie stellen sich jede Frage und finden kaum eine Antwort auf ihrer Reise durch die tiefsten Abgründe ihrer selbst. Sie treiben sich selbst in Hochform, nehmen keine Rücksicht auf Verluste und entführen den Zuschauer von New York bis Delhi, vom erträumten Büro zum Gehege des Gorillas, von der großartigen Fassade bis zum nackten, verletzlichen, menschlichen Inneren.

Zeitungsartikel der Badischen Zeitung